Es ist kaum zu glauben, aber ich war noch nie im bekannten Stift Ossiach… Wo seit Jahrzehnten der Carinthische Sommer, ein Musik-Festival von Weltklasse zu Hause ist. Doch seit letzter Woche ist wieder ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Kärnten-Landkarte mit Inhalt gefüllt – und mit was für einem! Im holzverkleideten Alban-Berg-Konzertsaal brachten Vordenker, Querdenker und Weiterdenker die Ohren und die Herzen der vielzähligen Kongress-Besucher zum Klingen und Schwingen. Motto des Open-Space-Kongresses, den Harald Schellander vom Kärntner Institut für Zukunftskompetenzen veranstaltet: Offene Denkräume für neues Wirtschaften. Als perfekten Auftakt lieferte mir das Ö1 Morgenjournal die hochaktuellen Meldungen aus Europa und der Welt… Was muss denn noch alles passieren, dass Politik und Verantwortliche aus Gesellschaft und Wirtschaft sich einem neuen Denken zuwenden? Im Stift Ossiach war diese Zukunft heute Thema: Key-Note von Christian Felber und seiner Gemeinwohl Ökonomie, Prof. Frithjof Bergmann mit Impulsen für Neue Arbeit, Neue Kultur (NANK), Robert Rogner uns das Blumauer Manifest. Im Viertelstunden-Takt gab’s dann appetitliche Gedankenhäppchen mit Impuls-Referaten zu Themen wie Soziale Marktwirtschaft, wie weiter? Region, Stadt, Land, Dorf – wer überlebt? Arbeitsplätze der Zukunft. Kooperation statt Konkurrenz. Vom Übermaß zur Lebensfreude. Resilienz – was der Mensch der Zukunft braucht. Ich durfte zum Auftakt in den zweiten Kongresstag über unser soziales und gesellschaftliches Engagement sprechen und der Frage nachgehen, worin denn der Gewinn (im weitesten Sinne) für die Menschengruppen liegt, die der Hochschober mit seiner Unternehmenstätigkeit berührt. Spannend! Natürlich habe ich wieder viele interessante und wertvolle Impulse mit nach Hause nehmen können. Joachim Zyla (auch heuer noch zu Gast im Wortreich) sprach mir mit seinem Plädoyer für Vertrauen aus der Seele. Und berührt hat mich ein Satz von Dr. Rita Trattnig vom Lebensministerium: „Wer sich einsetzt, der setzt sich aus“… Ja, genau so erlebe ich es. Wenn ich anderen Menschen (egal ob Gästen, Mitarbeitern, Lieferanten oder Journalisten) über unser Engagement für die Gemeinwohl Ökonomie erzähle, spüre ich oft Unverständnis oder provokante Fragen („Und lesen Sie jetzt abends immer das kommunistische Manifest?“). Nach Begegnungen und Gesprächen mit Gleichgesinnten und Andersdenkern wie auf dem Kongress in Ossiach bin ich aber wieder aufgebaut und motiviert, den Hochschober-Weg für nachhaltiges Wirtschaften weiter zu gehen. Auch wenn wir (die Gemeinwohl-Unternehmer) oft als Sozialromantiker oder Gutmenschen abgestempelt werden. „Vom Reden ins Handeln kommen“ – auch ein Satz, der auf dem Kongress gefallen ist. Die Präsenz wichtiger Vertreter der Kärntner Landesregierung und der Sozialpartner in Ossiach zeigt, dass sich doch etwas bewegt. Und wenn wir dran bleiben und immer wieder Veränderung einfordern, dann wird sich auch etwas ändern – in Richtung eines neuen Wirtschaftens.
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