Archiv der Kategorie: Nachhaltigkeit

Verantwortung zeigen – Qualität aus der Region

Als Hotel – und Großverbraucher in Sachen Lebensmittel – hat man zwei Möglichkeiten: Man bezieht seine Produkte vom Großhändler oder man wählt seine Lieferanten persönlich aus. Wir bevorzugen die zweite Variante. Rund 50 Prozent aller Lebensmittel stammen von Bauern und Erzeugern aus der Region. Davon wird rund die Hälfte nach biologischen Grundsätzen erzeugt.

Diese Form des Einkaufs ist naturgemäß mit mehr Aufwand und höheren Kosten verbunden. Dafür bringt sie eine Reihe von Vorteilen mit sich: Wir können uns auf die Qualität verlassen, weil wir die einzelnen Betriebe persönlich kennen und regelmäßig besuchen. Die Wertschöpfung bleibt in der Region. Kurze Transportwege schonen die Umwelt genauso wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Verpackungsmaterial. Wo immer es möglich ist, bevorzugen wir Mehrwegverpackungen oder biologisch abbaubares Material.

Was kommt alles aus der Region oder wird – mit regionalen Produkten – in der Hotelküche erzeugt? Brot, Marmeladen, Milch und Milchprodukte, Honig, Eier, saisonales Obst und Gemüse, Fleisch, Wurstspezialitäten, zahlreiche Käse und auch Fische.

Eng ist auch die Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen Bereichen – vom lokalen Taxiunternehmen bis zu Handwerkern.

Mehr über die Lieferanten unserer kulinarischen Produkte lesen Sie hier: http://www.hochschober.com/de/genuss-kulinarik/frisch-aus-der-region.php

Verantwortung zeigen. Wie funktioniert das See-Bad?

Recht einfach, denn sein Prinzip baut auf der physikalischen Besonderheit auf, dass Wasser bei 4 Grad am schwersten ist. Wärmeres Wasser schwimmt also auf kälterem. Beheizt wird das 25 x 10 Meter große See-Bad über die seitlichen Abgrenzungen, die bis in eine Tiefe von ca. 3 Metern reichen.

Nach unten – und das ist besonders wichtig – ist das See-Bad offen, denn das darunter liegende kältere Wasser bildet eine natürliche Barriere. Dies ermöglicht zudem einen laufenden Wasser-Austausch. Somit können wir auf jede Art von Zusätzen und Wasserbehandlung verzichten.

Um das Wasser zu erwärmen, wird im Sommer mit einer Wärmepumpe relativ wenig zugeheizt. Im Winter nutzen wir umweltfreundliche Energie aus dem nahen Holzschnitzelheizwerk und decken das Bad tagsüber ab, um die Wärme zu konservieren. Geöffnet ist das Bad im Winter deshalb in der Früh und am Abend.

Verantwortung zeigen. Mitarbeiter finden und binden

Ein geflügeltes Wort in der Hotellerie lautet: „Mit jedem Höhenmeter steigt die Herausforderung, Mitarbeiter zu finden und zu binden.“ Das ist ein Teil der Realität für ein Hotel, das auf 1.763 Metern Höhe liegt. Darüber hinaus versteht es sich von selbst, dass zufriedene, engagierte, aufmerksame Mitarbeiter das Um und Auf für ein Hotel unserer Qualitätsklasse sind.

Es genügt jedoch nicht, wenn man sich solche Mitarbeiter wünscht. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die bestmöglichen Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter zu schaffen. Das beginnt mit der Zusammenarbeit mit den Schulen in der Umgebung. Hier präsentieren wir uns regelmäßig und laden angehende Lehrlinge, Mitarbeiter und deren Eltern zu Tagen der offenen Türe.

Wer im Hochschober arbeitet, genießt eine Reihe von Vorzügen. Zum Beispiel liegt die Bezahlung über dem Branchendurchschnitt, es gibt eine echte 5-Tagewoche mit geregelten Arbeitszeiten (in der Hotellerie keine Selbstverständlichkeit!), Mitarbeiter können sich ihre freien Tage und Urlaube weitestgehend flexibel einteilen, sie wohnen in schönen Zimmern im Hotel bzw. in Appartements in der Nähe, die Verpflegung und alkoholfreie Getränke sind kostenlos (auch an freien Tagen), in der Freizeit können Mitarbeiter alle hoteleigenen Einrichtungen und der Welt aus Wasser, Wärme, Wohlgefühl nützen, regelmäßige Betriebsausflüge und Studienreisen finden statt.

Wesentlich zur Arbeitsplatzzufriedenheit trägt die mehrfach ausgezeichnete Mitarbeiter-Akademie bei, die rund 100 Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen pro Jahr organisiert und anbietet.

Verantwortung zeigen. Heute und für die Zukunft

Als Familien geführtes Unternehmen haben wir eine große Verantwortung, der wir uns gerne stellen und die wir seit drei Generationen erfüllen: Für Sie, unsere Gäste – die Sie hier Ihren Urlaub verbringen, für die Mitarbeiter – die mit uns arbeiten, für unsere Nachbarn im Ort und aus der Umgebung, für unsere Lieferanten und Geschäftspartner, für unsere Umwelt, die Natur, die unser höchstes Gut am Berg ist. Nicht zu vergessen unsere Familie und uns selbst, denn das Hotel Hochschober soll auch in naher und ferner Zukunft im Familienbesitz bleiben.

Diese Verantwortung nehmen wir auf vielfältige Weise wahr und engagieren uns in mehreren Bereichen. Zum Beispiel

  • im Hotel durch erstklassige Arbeitsbedingungen und die Mitarbeiter-Akademie; konsequente Maßnahmen zur Ressourcenschonung; bewusste und durchdachte Angebotsgestaltung
  • in der Umgebung durch die enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten, Handwerkern und Schulen
  • durch die laufende Unterstützung von sozialen Einrichtungen in der näheren Umgebung
  • im Netzwerk „Verantwortung zeigen“, dem Unternehmen und Institutionen aus Kärnten und der Steiermark angehören;
  • für die Gemeinwohl-Ökonomie, ein alternatives Wirtschaftsmodel, das auf Gemeinwohlstreben statt auf Gewinnstreben setzt, auf Kooperation statt Konkurrenz;

Offene Denkräume für neues Wirtschaften – Open Space Kongress in Ossiach

Karin LeebEs ist kaum zu glauben, aber ich war noch nie im bekannten Stift Ossiach… Wo seit Jahrzehnten der Carinthische Sommer, ein Musik-Festival von Weltklasse zu Hause ist. Doch seit letzter Woche ist wieder ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Kärnten-Landkarte mit Inhalt gefüllt – und mit was für einem! Im holzverkleideten Alban-Berg-Konzertsaal brachten Vordenker, Querdenker und Weiterdenker die Ohren und die Herzen der vielzähligen Kongress-Besucher zum Klingen und Schwingen. Motto des Open-Space-Kongresses, den Harald Schellander vom Kärntner Institut für Zukunftskompetenzen veranstaltet: Offene Denkräume für neues Wirtschaften. Als perfekten Auftakt lieferte mir das Ö1 Morgenjournal  die hochaktuellen Meldungen aus Europa und der Welt… Was muss denn noch alles passieren, dass Politik und Verantwortliche aus Gesellschaft und Wirtschaft sich einem neuen Denken zuwenden? Im Stift Ossiach war diese Zukunft heute Thema: Key-Note von Christian Felber und seiner Gemeinwohl Ökonomie, Prof. Frithjof Bergmann mit Impulsen für Neue Arbeit, Neue Kultur (NANK), Robert Rogner uns das Blumauer Manifest. Im Viertelstunden-Takt gab’s dann appetitliche Gedankenhäppchen mit Impuls-Referaten zu Themen wie Soziale Marktwirtschaft, wie weiter? Region, Stadt, Land, Dorf – wer überlebt? Arbeitsplätze der Zukunft. Kooperation statt Konkurrenz. Vom Übermaß zur Lebensfreude. Resilienz – was der Mensch der Zukunft braucht. Ich durfte zum Auftakt in den zweiten Kongresstag über unser soziales und gesellschaftliches Engagement sprechen und der Frage nachgehen, worin denn der Gewinn (im weitesten Sinne) für die Menschengruppen liegt, die der Hochschober mit seiner Unternehmenstätigkeit berührt. Spannend! Natürlich habe ich wieder viele interessante und wertvolle Impulse mit nach Hause nehmen können. Joachim Zyla (auch heuer noch zu Gast im Wortreich) sprach mir mit seinem Plädoyer für Vertrauen aus der Seele. Und berührt hat mich ein Satz von Dr. Rita Trattnig vom Lebensministerium: „Wer sich einsetzt, der setzt sich aus“… Ja, genau so erlebe ich es. Wenn ich anderen Menschen (egal ob Gästen, Mitarbeitern, Lieferanten oder Journalisten) über unser Engagement für die Gemeinwohl Ökonomie erzähle, spüre ich oft Unverständnis oder provokante Fragen („Und lesen Sie jetzt abends immer das kommunistische Manifest?“). Nach Begegnungen und Gesprächen mit Gleichgesinnten und Andersdenkern wie auf dem Kongress in Ossiach bin ich aber wieder aufgebaut und motiviert, den Hochschober-Weg für nachhaltiges Wirtschaften weiter zu gehen. Auch wenn wir (die Gemeinwohl-Unternehmer) oft als Sozialromantiker oder Gutmenschen abgestempelt werden. „Vom Reden ins Handeln kommen“ – auch ein Satz, der auf dem Kongress gefallen ist. Die Präsenz wichtiger Vertreter der Kärntner Landesregierung und der Sozialpartner in Ossiach zeigt, dass sich doch etwas bewegt. Und wenn wir dran bleiben und immer wieder Veränderung einfordern, dann wird sich auch etwas ändern – in Richtung eines neuen Wirtschaftens.

http://www.facebook.com/Zukunftskompetenz

Radeln fürs Klima

„Stadtradeln“ ist eine Initiative, die uns gefällt. Die Klima-Bündnis-Aktion findet zum fünften Mal in Deutschland statt. Von Juni bis Oktober beteiligen sich zahlreiche Städte und Gemeinden. Überall dort sammeln Teams oder Individualisten jeweils drei Wochen lang Radkilometer für den Klimaschutz. In München, meiner Heimatstadt, findet das Stadtradeln beispielsweise vom 11. Juni bis 1. Juli statt.

Auch wenn wir aus praktischen Gründen beim Stadtradeln in München nicht mitmachen können, so unterstützen wir die Initiative doch mit einem Preis. Auf besonders eifrige Stadtradler aus München wartet zur Belohnung ein Wochenende im Hotel Hochschober.

http://www.stadtradeln.de/muenchen2012.html

Verrückte Vorbilder

Eine Erfahrung eint Unternehmer, die sich für die Gemeinwohl-Ökonomie engagieren: Für die einen gelten wir als verrückt, für die anderen als Vorbild. Doch die Gemeinwohl-Ökonomie bringt noch ganz andere Erfahrungen und Erkenntnisse mit sich. Welche das sind, berichteten Unternehmer kürzlich bei einer Veranstaltung des Lebensministeriums in Wien. Gut 100 Unternehmerinnen und Unternehmer waren der Einladung gefolgt. Das Gemeinwohl-Ökonomie-Kompetenzzentrum Süd aus Kärnten war beispielsweise vollzählig vertreten.

Am Podium mit dabei waren Helmut Lind von der Sparda Bank München, Erwin Stubenschrott von KWB aus der Steiermark, Hans Harrer vom Senat der Wirtschaft und ich für das Hotel Hochschober, das gerade dabei ist, seine erste Gemeinwohlbilanz zu erstellen. Zum Auftakt stellte Christian Felber die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie und das Prinzip der Gemeinwohlbilanz vor.

Für mich waren mehrere Aspekte höchst interessant. So stellten die Veranstalter fest, dass sie nach Jahren des Lesens von Nachhaltigkeitsberichten die Erkenntnis gewonnen haben, dass diese die nachhaltige Orientierung eines Unternehmens nicht wirklich deutlich machen. Im Gegensatz zur Gemeinwohlbilanz, die genau diese Faktoren abbildet. Von so hoher und versierter Stelle eine beachtliche Aussage.

In den wesentlichen Punkten waren wir uns am Podium einig: Wir verstehen die Gemeinwohl-Ökonomie als ein System, das sich mit unseren Werten deckt und als zentralen Leitfaden für unsere Unternehmensstrategie. Die Gemeinwohlbilanz ist das einzige uns derzeit bekannte Instrumentarium, das diese Werthaltung abbildet.

Wie Christian Felber zu Beginn sagte, bewirkt die Gemeinwohlbilanz eine „schleichende Metamorphose“. Im Unternehmen selbst, weil sie neue Denkprozesse ankurbelt und die Kultur des Miteinanders vertieft. Das wiederum wirkt sich auf die Außenbeziehungen aus, wie Helmut Lind eindrucksvoll von Gesprächen mit jungen Bewerbern erzählte, die um alles in der Welt bei der Sparda Bank arbeiten wollen, weil sie hier ihre Werte verwirklicht sehen.

Erwin Stubenschrott resümierte: „Geht’s den Menschen gut, geht’s der Wirtschaft gut.“ In seinem Unternehmen sinken die Krankenstände kontinuierlich, die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigt und KWB ist ein begehrter Arbeitgeber.

Mein Resümee? Auch für uns im Hotel Hochschober ist die Beschäftigung mit der Gemeinwohl-Ökonomie ein spannender Lern- und Entwicklungsprozess, der in Gesprächen mit Mitarbeitern, Gästen, Lieferanten und Medien ganz neue Themen aufwirft. Sehr erfreulich finde ich es mitzuerleben, wie viel Interesse die Gemeinwohl-Ökonomie weckt und wie die Zahl der involvierten Unternehmen stetig wächst.

Für den Klimaschutz

Costa Rica und der Regenwald sind derzeit Themen, die uns beschäftigen. Nicht etwa, weil wir eine Reise dorthin planen. Unsere Motivation heißt Klimaschutz.

Als Unternehmen, das seit vielen Jahren eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Unternehmenskultur pflegt, erfüllen wir unsere Hausaufgaben in Sachen Ressourcenschonung und arbeiten laufend an einer Optimierung. So beziehen wir beispielsweise seit 1995 80 % unserer Energie aus dem Biomassewerk auf der Turracher Höhe, reduzieren sukzessive den Abfall, trennen und pressen den Müll, beziehen vorwiegend Produkte aus der Umgebung und beschäftigen vorrangig Handwerker aus der Umgebung.

Trotzdem tragen wir als Hotel zu CO2-Emmissionen bei. Denn Strom und Benzin brauchen und verbrauchen wir ganz einfach. Für diesen notwendigen, aber nicht gänzlich vermeidbaren Energieaufwand haben wir nun ein Kompensationsprojekt mit Österreich-Bezug ausgesucht. Darauf aufmerksam gemacht hat uns der Kärntner Trigos-Preisträger Eckard Sauper, der uns seit 1995 beim Energie-Monitoring betreut.

Unser Projekt liegt in Costa Rica und heißt „Regenwald der Österreicher“. Gegründet hat die Initiative vor 20 Jahren Prof. Michael Schnitzler, ein direkter Nachkomme des Arztes und Literaten Arthur Schnitzler. Sein Verein „Regenwald der Österreicher“ hat sich das Ziel gesetzt, einen der artenreichsten Urwälder Mittelamerikas vor der Zerstörung durch Holzfäller und Monokulturen zu retten und stattdessen einen intakten Lebensraum für viele Tiere zu schaffen.

Mit Spenden und Ausgleichszahlungen von Unternehmen – wie nun auch dem Hotel Hochschober und interessierten Mitarbeitern – kauft der Verein das Land auf und gliedert es in den stetig wachsenden Nationalpark ein. Das Projekt Österreich Regenwald wurde1995 mit dem österreichischen Staatspreis für Umwelt ausgezeichnet.

Tipp: Prof. Michael Schnitzler ist am 9. Juni im Wortreich zu Gast und stellt sein Projekt vor. Am 8. Juni lädt Prof. Schnitzler Kinder zu einer Fantasiereise in den Regenwald, um die Artenvielfalt dieser faszinierenden Naturlandschaft kennen zu lernen.

Von der Krise und Wegen aus der Krise

von Karin Leeb & Ulrike Kinz

Der 8. März hatte es in sich! Weltfrauentag (mit vielen hochinteressanten Veranstaltungen) und  Internationale Tourismusbörse in Berlin (wo Elisabeth Lerchner und ich den Hochschober an einem Stand präsentierten). Dann auch noch eine Einladung zu den Alpbach Talks in der Hofburg mit drei charismatischen Wirtschafs-Vordenkern: Karl Schwarzenberg, Christian Felber und Tomáš Sedláček im Gespräch mit Barbara Tóth. Was tun, um diesen Abend nicht zu verpassen? Ich bat Ulrike Kinz, unsere Frau des Vertrauens wenn es um Kommunikation geht, dort für uns die Ohren zu spitzen. Hier ist ihr Bericht:

„So voll habe ich den Redoutensaal in der Wiener Hofburg noch nie gesehen. Gut 1.000 Menschen waren zur Veranstaltung der „Alpbach Talks“ gekommen. Kein Wunder, denn das Podium war äußerst prominent besetzt: Karl Schwarzenberg, Außenminister der Tschechischen Republik. Tomáš Sedláček, der mit seinem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“ breite Aufmerksamkeit weckt. Christian Felber, Gründer der Gemeinwohl-Ökonomie, der an diesem Abend auch die Neuauflage seines Buches über die Gemeinwohl-Ökonomie präsentierte. Durch das Gespräch führte die Journalistin Barbara Tóth.

Wie kam es zur Krise in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft? Worin besteht die Krise? Und welche Wege führen aus der Krise?

Karl Schwarzenberg, pointiert und „spitzbübisch“, wie man ihn aus Interviews kennt, sieht die Verantwortung – respektive Verantwortungslosigkeit – bei den Politikern. Für sie ist, wie für viele von uns, die Krise (noch?) nicht spürbar. Die Politiker sind es, die mehr Geld ausgeben, als da ist. Zwar weiß er als Forstwirt, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen können, doch ein Abgehen von der Idee des ständigen (Wirtschafts-)Wachstums hält er auf europäischer Ebene nicht für realistisch. Allerdings, so Schwarzenberg: „Wenn wir uns nicht verändern und an die Zukunft denken, wird Europa zu einem sympathischen Tourismus-Kontinent, den die Menschen nur besuchen, um zu genießen. Nicht, um etwas zu lernen.“

Christian Felber zuzuhören, ist immer wieder ein Genuss. Sachlich und klar reiht er ein schlüssiges Argument ans andere. Für ihn ist die Krise eine Wertekrise, die den Egoismus zum Blühen bringt. Den grundlegenden Systemfehler sieht er darin, dass wir nicht das Erreichen von Zielen messen – zum Beispiel die Erhaltung oder Hebung der Lebensqualität, sondern einzig die Vermehrung von Geld. Seine Lösung ist die demokratisch entwickelte Gemeinwohl-Ökonomie, die Tugenden belohnt – wie den Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwohl, und nicht Laster. Wie sich die Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis bewährt, erproben derzeit 556 Unternehmen in 13 Staaten und vor allem jene Unternehmen, die eine Gemeinwohl-Bilanz legen, wie zum Beispiel das Hotel Hochschober.

Tomáš Sedláček spricht nicht nur lupenreines Englisch, er versteht es auch bestens, komplexe Inhalte verständlich auf den Punkt zu bringen. In seiner Analyse bediente er sich biblischer Bilder: Statt in den 7 fetten Jahren für die 7 mageren Jahre zu sparen, haben wir in den 7 fetten Jahren alles aufgegessen und noch ein bisschen mehr. Oder, um bei Adam und Eva und dem Apfel zu bleiben: Wir lassen uns dazu verlocken etwas zu nehmen, was wir nicht brauchen. Wir leiden an Über-Konsum, „wir sind reich, fühlen uns aber arm.“

Deutlich wird das, wenn man „debts“ (= Schulden) durch „sins“ (= Sünden) ersetzt. In diesem Sinne liegt auch für ihn das Problem unserer Wirtschaftssysteme im ständigen Zwang zum Wachstum. Sedláček sieht es als unumgänglich an, Staatsschulden zu begrenzen und verantwortungsvolles Handeln zu belohnen“.

Hochschober als Best Practice-Beispiel im neuen CSR–Jahrbuch

Einmal im Jahr gibt der Medianet Verlag das „CSR (Corporate Social Responsibility)-Jahrbuch für unternehmerische Verantwortung“ heraus. Als „Best Practice“-Beispiel zum Thema „Vielfalt genießen mit gutem Gewissen“ ist in der aktuellen Ausgabe das Hotel Hochschober mit dabei. Darüber freuen wir uns!

Im Beitrag über den Hochschober hebt die Redaktion drei Bereiche besonders hervor:

Regionale Produkte: Wir beziehen etwa 40 Prozent unserer Lebensmittel von Lieferanten aus der Umgebung. Außerdem geben wir den rund 30 Zulieferbetrieben eine Plattform zum Dialog mit unseren Gästen – bei Präsentationen und Verkostungen, die vor allem im Herbst im Rahmen unseres Schwerpunktes „Kochen & Kosten“ stattfinden.

Biodiversität: Zur Erhaltung der lokalen Biodiversität haben wir vor einigen Jahren im Grünsee Seesaiblinge wieder angesiedelt. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur in Wien und der Kärntner Fischzucht Payr entstand, läuft erfolgreich. Die Saiblinge fühlen sich wohl im Bergsee, unsere Gäste schätzen die frischen und geräucherten Fische.

Mitarbeiter-Akademie: Vorbildfunktion hat für die Redaktion des CSR-Jahrbuchs auch die Mitarbeiter-Akademie, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Das breitgefächerte unentgeltliche Kursangebot umfasst fachspezifische Kurse genauso wie Veranstaltungen zur Persönlichkeitsentwicklung und Teambildung. Fürs körperliche Wohlbefinden gibt es Fitnessangebote und Gesundheitsvorsorge.

Die vielen weiteren Beiträge im CSR-Jahrbuch sind ebenfalls interessant zu lesen. Man bekommt einen guten Überblick, welche Unternehmen in Österreich im Bereich CSR Aktivitäten setzen. Da finden sich viele wertvolle Anregungen.

Bestellen kann man das CSR-Jahrbuch 2012 unter www.medianet.at/shop/. Es kostet E 27,50.